Kinder, Jugendliche, Eltern und Senioren brauchen Orte und Räume um sich zu treffen, z.B. den ökologischen Bürger(spiel)platz Markt Ammerndorf.
Spiel ist ein zentraler Lebensinhalt des Menschen. Es begleitet uns ein Leben lang und ist nicht nur auf Kindheit begrenzt.
Grundidee des Spiel- und Begegnungsplatzes ist es, aktives Begegnen und Spielen zu ermöglichen, deshalb ist geplant nur wenige fixe Spielgeräte zu installieren. Das Konzept basiert auf den Prinzipien der naturnahen Gestaltung. Es werden natürliche Materialien aus der Region verwendet und Gehölze und Stauden stammen aus standortheimischer Provenienz. Ziel ist es, Nutzpflanzen für Mensch und Tier zu pflanzen. Die Pflege wird ökologisch, ohne Pestizideinsatz und ohne chemisch-synthetisierte Dünger ausgeführt. Das Gelände gewinnt durch diese Form der Gestaltung des Spiel- und Begegnungsplatzes an ökologischer Vielfalt.
In den letzten Jahren wurde bei der Planung von Spielplätzen, kaum die kindliche Entwicklung berücksichtigt, schon gar nicht die uns umgebenden Natur und keinesfalls der generationsübergreifende Ansatz. Kinder brauchen Erwachsene zum Spielen, sofern man den ganzheitlichen Ansatz verfolgt. Sinnvoll ist es auch Senioren und Hochbetagte zum Spielplatz zu bringen, damit sie sich in der Mitte der Gesellschaft erleben und nicht am Rande.
Kinder sprühen vor Lebensenergie und Senioren könnten von ihrer Lebenserfahrung berichten und einen Ruhepol im Getümmel des ökologischen Bürger(spiel)platzes darstellen. Generationskonflikte könnten sich lösen, durch einen gemeinsamen Ort, der die Bedürfnisse der jeweiligen Generation berücksichtigt.
Durch den ökologischen Bürger(spiel)platz wird die Gemeinde Markt Ammerndorf eine Alternative zu den üblichen Spielplätzen schaffen.
Ziel ist es, das alle Generationen sich im naturnahen Raum treffen, austauschen und voneinander profitieren können. Es wird keine Altersbeschränkung für den Bürger(spiel)platz geben. Jede/r ist willkommen.
Der ökologische Bürger(spiel)platz erweitert das Konzept des MehrGenerationenHaus. Die Idee ist es auch den Außenbereich durch den generationenübergreifenden Ansatz und bürgerschaftliches Engagement zu bereichern und zu beleben.
Durch Partizipation in der Planung und durch das Mitwirken von Ehrenamtlichen, soll ein Ort entstehen, für den sich die Bürger/innen verantwortlich zeigen.
Dabei sind uns folgende Grundsätze besonders wichtig:
Nutzen was die Natur bietet
Die Natur stellt uns den Lebensraum zur Verfügung. Dazu gehören insbesondere die Elemente Boden, Wasser, Luft sowie Pflanzen, Tiere und Naturerscheinungen wie das Wetter. Aus all dem schöpfen wir Menschen unsere Lebenskräfte. Daher ist es wichtig, den Leitgedanken der „naturnahen Spielmöglichkeiten“ zum Maßstab bei der Planung und Realisierung von Spielbereichen zu machen. Das Grundbedürfnis von Kindern, mit natürlichen Elementen wie Erde, Wasser, Feuer umzugehen, aber auch auf Bäume zu klettern, etwas zu entdecken, etwas selber zu bauen, ist nicht ersetzbar. Bürger/innen brauchen unverplante Räume. Die Natur ist der beste Lehrmeister für die Zusammenhänge des Lebens und fördert die ganzheitliche gesunde Entwicklung.
Generationsübergreifender Ansatz
Ein kindgerechtes Wohnumfeld bietet allen Bürgern/innen vielfältige und naturnahe Möglichkeiten zum Aufhalten und zum Spielen. Um ein solches Umfeld zu schaffen, sind frühzeitig die Bedürfnisse aller zu erkunden und miteinander abzustimmen.
Als sinnvoll erweist sich in der Praxis die Aufteilung in Zonen (z.B. Ruhezone). Diese werden nach den Bedürfnissen geplant und gestaltet. Somit ist es möglich unterschiedliche Bedürfnisse an einem gemeinsamen Ort zu leben und es gibt die Chance zur Begegnung.
Partizipation
Eine besondere Bedeutung nimmt die Partizipation ein. Gemeint ist die Beteiligung von Kindern, Jugendlichen, Eltern, Kindergärtner/innen oder Lehrer/innen, Senioren am Konzeptions-, Planungs- und Gestaltungsprozess.
Echte Partizipation bedeutet nicht nur, sich über nur über die Wahl zwischen diesem oder jenem Spielgerät den Kopf zu zerbrechen. Echte Partizipation bedeutet für uns, dass sich in einem längeren Prozess Experten/innen und Nutzer/innen gemeinsam über Spiel- Begegungsbedürfnisse klar werden, Möglichkeiten dazu abtasten, Ressourcen erkennen, alternative Vorschläge ausarbeiten, unkonventionelle Ideen ernst nehmen usw. und sich dann auch noch damit auseinandersetzen, ob vielleicht das eine oder andere Spielgerät dazu hilfreich wäre, einige der Erwartungen zu erfüllen.
Partizipation hat nicht nur eine Auswirkung auf die Gestaltung und Wahl der Einrichtungen. Sie hat auch eine große emotionale Bedeutung. Kinder und Erwachsene, die an der Konzeption intensiv teilhaben, oder sich am Bau oder der Bepflanzung beteiligen, entwickeln einen völlig anderen Bezug zu diesem Platz, als wenn dieser fertig präsentiert wird. Dieser Ort kann somit ein Teil der Dorfidentität sein.
Es ist daher wichtig, die Bürger/innen in den Prozess der Entstehung und Veränderung einzubeziehen, um zu gewährleisten, dass sie sich mit dem Begegnungsraum identifizieren, sich verantwortlich fühlen und für den Erhalt des Geschaffenen einsetzen.
Wasser erleben
Wasser ist eine der faszinierendsten und vielfältigsten Erscheinungen der Natur. Es ist Lebensgrundlage. Als Spielelement ist Wasser unverzichtbar. Es kann in allen Aggregatzuständen direkt erlebt werden. Wasser kann mithelfen, Räume zum Leben zu erwecken, Außenräume im Spiel zu verändern und die Grenzen der formbaren Natur über das Spiel mit dem Wasser zu begreifen. Außerdem schafft es eine Gemütlichkeit an Orten und lädt zum verweilen und beobachten ein. Aus diesem Grund wird Wasser ein wichtiges Element auf dem ökologischen Bürger(spiel)platz sein.
Vielfalt statt Eintönigkeit
Vielfalt heißt Leben, und es liegt an den Menschen, dass diese Vielfalt auch in Zukunft gewahrt bleibt. Große natürliche Vielfalt hat einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Bevölkerung und schafft eine ansprechende Umgebung mit Erholungswert. Buntheit statt Langeweile – Vielfalt statt Eintönigkeit – Abwechslung statt Einerlei. Dieses strebt das Projekt ökologischer Bürger(spiel)platz jeden Tag aufs Neue an. Kinder und Jugendliche, Erwachsene können Natur im nahen Umkreis erfahren und erhalten eine wichtige Grundlage für ihr späteres verantwortliches Handeln gegenüber der natürlichen Umwelt.
Vielfalt wollen wir auch bei sozialen Kontakten erreichen. Gleichaltrige aber auch Personen aus anderen Generationen bieten spannende Gespräche und zusammen kann man tolle Erfahrungen sammeln. Diese Vielfalt bereichert das soziale Leben aller und fördert das Gemeinschaftsgefühl im Dorf.
Gemeinsam Handeln
Gemeinsam Handeln bedeutet für unser Projekt, Bürger/innen aus dem Dorf und möglichst viele Vereine in das Vorhaben einzubeziehen. Es entsteht eine neue Möglichkeit auch Neubürger und Neubürgerinnen, in die Dorfgemeinschaft einzubeziehen. Es entstehen neue Kontakte, gemeinsame Aktionen und viele Kooperationen. Geplant ist es den ökologischen Bürger(spiel)platz, als Aktionsfläche für die Vereine zu nutzen. Beispielsweise können Feste aber auch Workshops (z.B. Weidenbau, „Alles rund um die Kartoffel“) auf dem Gelände stattfinden.
Veränderung statt Stillstand
Die Entwicklung der Gemeinde und Ihrer Bürger/innen mit ihren Bedürfnissen ist ständigem Wandel unterworfen. In naturnahen Räumen müssen eigene Veränderungen erlebt werden können. Deshalb darf ein der ökologische Bürger(spiel)platz kein fertige gestaltetes Endprodukt sein. Veränderungen gehören zum Leben und machen Orte spannend und liebenswert.
Mitten im Dorf
Der ökologische Bürger(spiel)platz ist gut zu erreichen und liegt mitten im Dorf. Der vorbeikommende Radweg ermöglicht auch nicht Ammerndorfer/innen eine gute Gelegenheit, das Ambiente zugeniesen bzw. den ökologischen Bürger(spiel)platz zu erkunden. Durch die Infrastruktur des MehrGenerationenHauses Markt Ammerndorf ist für Verpflegung und einen Rückzugsort gesorgt.
Bewegung
Laufen, Springen, kriechen, klettern oder rutschen sind nur einige Beispiele dafür.
Ruhezonen
Es werden Ruhezonen eingerichtet. An denen sich Kinder und auch Erwachsene allein oder in kleinen Gruppen zurückziehen können.
Kreatives Gestalten, Bauen und Werken
Der ökologische Bürger(spiel)platz bietet die Möglichkeit, etwas zu bauen, zu verändern oder zu gestalten.
Begegnen
Der ökologische Bürger(spiel)platz ist ein Ort, wo Begegnung stattfindet. Kinder spielen mit anderen Kindern, treffen dort Erwachsene. Großeltern und Eltern, welch ihre Kinder begleiten, begegnen ebenfalls einander. Schließlich gibt es war auch noch Jugendliche auf dem Bürger(spiel)platz, ältere Geschwister, die mit den jüngeren mit gekommen sind oder Jugendliche, die den ökologischen Bürger(spiel)platz zu ihrem Freizeit-und Treffpunkt auserkoren haben. Der Spielplatz wird somit Kommunikationspunkt für Jung und Alt. Aber es findet nicht nur Begegnung zwischen Menschen statt, der ökologische Bürger(spiel)platz ist auch ein Ort, wo Menschen in direkten Kontakt mit der Natur kommen können. Naturerfahrung und Natur „begreifen“ im wahrsten Sinne des Wortes finden auch auf dem ökologischen Bürger (spiel)platz statt.
Herr Rui- Schmidt wird ein Angebot für den Bürger(spiel)platz schreiben. Der Bau wird mit den Bürgern von Ammerndorf geplant, unter der Leitung von Rui- Schmidt.
Das MehrGenerationenHaus kann 7000 Euro, für die Finanzierung beitragen.
Anderfuhren, Toni: Das Spielplatzbuch- Wege zu Trauminseln der Kindheit-mit praktischen Anleitungen und vielen Beispielen, Zwickau 2007; AT Verlag
Beltzig, Günther: Kinderspielplätze mit hohem Spielwert-Planen, Bauen, erhalten, Augsburg 1990; Augustus Verlag
Eder, Wolfgang, Spiel(t)räume naturnah mit Kindern gestalten, Linz 2001; Denkmayr
Frutiger, Dorothe: Symposium „Spielplätze zwischen Vision und Wirklichkeit“; Wien 1995
Godau, Michael: Spiel/wiesen/zauber-Sinn/volle Außengestaltung im Kita und Krippe, Mülheim 2010; Verlag an der Ruhr
Hohenauer , Peter: Spielplatzgestaltung-naturnah und kindgerecht, 1995
Lange, Udo / Stadelmann Thomas: Sand-Wasser-Steine-Spielplatz ist überall, Bad Langensalza 2002; Beltz Verlag
Meier, Daniel: Spiel-Info, Zürich 1995; Verlag Pro Juventute
Oberholzer, Alex/Lore, Lässer: Garten für Kinder, Stuttgart 1991; Ulmer Verlag
Wagner, Richard: Naturspielräume gestalten und erleben, Münster 1995; Ökotopia Verlag
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